Kunstausstellung "Phönix" von Klaus Thomas Brandstetter

Montag, 11.09.17, 23:30 Uhr - Dienstag, 31.10.17, 23:30 Uhr


Der Phönix, Symbol des aus sich selbst Auferstehenden, Symbol auch des Kreislaufs, den Goethe im West-östlichen Divan mit „Stirb und werde“ umschrieben hat, war nicht erst den alten Griechen bekannt. Es gab ihn, bedeutungsgleich, unter dem Namen Benu bereits bei den alten Ägyptern.
 

Während man sich in den alten Hochkulturen der langwelligen zyklischen Entwicklungen bewusst war und sie vor allem mit der Erschaffung bzw. Wiederauferstehung des Lichts (Weihnachten, Wintersonnenwende) in Verbindung brachte, lebt und denkt die zeitgenössische Kultur vorwiegend im Augenblick bzw. in der kurzen Zukunftsspanne des Quartals. Man denke dabei an Geschäftsberichte.
 

Als im Sommer 2016 die Abrissarbeiten hinter der alten Musikschule begannen, war die Idee zur Fotoreihe Phoenix geboren. In einer endlichen Welt kann Neues nur entstehen, wenn Altes weicht. Neues kann jedoch nur entstehen, wenn es zuvor Altes gegeben hat. Denn der Mensch ist nicht Gott – er kann nicht aus dem Nichts erschaffen. Wir leben, für wie autonom wir uns auch immer halten mögen, in einem Kontinuum: Ohne Vorher gibt es kein Nachher. Zyklen sind mithin auch weiterhin Bestandteil unseres Daseins.

Die Fotos dieser Reihe weisen zwei Besonderheiten auf. Zum einen sind sie, da sie spontan während Unterrichtspausen entstanden, nicht mit einer hochwertigen Systemkamera, sondern mit dem Smartphone aufgenommen. Ich habe es dabei belassen, da die rudimentäre Technik dem Bruchstückhaften der Motive entspricht. Zum anderen sind die Fotos allesamt ins Grafische verfremdet. Dieser Kunstgriff erschien mir sinnhaft, da er auf der gestalterischen Ebene den Auferstehungsprozess aus dem Vergehenden versinnbildlicht.
 

KT Brandstetter Im Januar 2017


Kontakt zu den Künstlern: Jagsthausener Künstlerhaus (Link)
 

Die Ausstellung in der Musikschule Funtastico ist bis Ende Februar zu sehen.
Informationen über die vorangegangene Ausstellung "Wege" hier